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Aalfang mit Hindernissen

4. Dezember 2009

Am Wochenende des 20. – 22.11.09 war in Bütlingen bei der Feuerwehr ein Preisskat geplant. Mehrere Vereinsmitglieder haben diese Möglichkeit wahrgenommen, den Kontakt zur Feuerwehr zu vertiefen.

Da viele Mitglieder vor Ort waren, wurde am 2. Tag noch ein privater Preisskat im Metzenseeheim angefügt und am Sonntag sollte dann noch ein kurzes Angeln abgehalten werden.

Leider hatte ich mir irgendwo einen Infekt eingefangen und es ging mir nicht so prächtig, sodass ich am Sonntag eigentlich nicht mehr Angeln wollte. Aber nach einem erholsamen Schlaf, und da es nicht regnete, wurde ich überredet und nahm am Angeln teil.

Da ich mich auf Hechte konzentrieren wollte, hatte ich meine Ruten bereits zu Hause montiert, ruderte auf den See hinaus und hielt Ausschau nach raubenden Hechten. Nahe eines Steges im unteren Teil des Sees fand ich, wie ich meinte, die richtige Stelle.

Ich platzierte den Köderfisch nahe des Steges und wartete auf den Biss, der eigentlich gleich erfolgen müsste, da dort ein Hecht am Rauben war.
Aber wie es so oft im Leben geht, ich wartete vergebens!
Es fing dann auch noch an zu nieseln, sodass ich überlegte alles einzupacken und nach Hause zu fahren. Aber es hörte schnell wieder auf und so blieb ich.

Nach einer Weile fing es jedoch an, richtig zu regnen. Da aber zu diesem Zeitpunkt die Hechte richtig in Wallung kamen, blieb ich, öffnete meinen Angelschirm und wollte ihn in meinem Schirmhalter an der Bootswand anbringen. Der Halter ließ sich an der Bordwand auch befestigen, mein Schirm hing jedoch soweit außerhalb des Bootes, dass er zwar das Wasser vom Regen abschirmte, mich jedoch nicht. Also nahm ich den Schirm in die Hände und hielt ihn fest.

Da mein Köder in der Zwischenzeit durch den Wind vom Platz abgetrieben worden war, versuchte ich ihn wieder an die richtige Stelle zu platzieren. Dies war leider mit dem Schirm in der einen und der Angel in der anderen Hand nicht ganz einfach. So kam es, wie es kommen musste: Der Köder landete nicht im Wasser, sondern verhakte sich mit dem Drilling an der Kante des Steges, vor dem ich angelte. Zu allem Unglück hatte dies auch noch die Katze der Anwohner bemerkt und war schon auf dem Weg, sich diesen Happen zu erobern!

Dies konnte ich nicht zulassen! Also Anker lichten, viel Krach machen, um die Katze zu verscheuchen, und schnell zum Steg rudern um den Haken dort zu lösen. Nachdem dies alles geschehen war, hatten sich die raubenden Hechte dort verzogen.

In der Zwischenzeit hatte es aufgehört zu regnen, sodass ich den Schirm wieder einpacken konnte. Ich wollte das Angeln für diesen Tag aufgeben, da die Erkältung hatte mich nun wieder voll im Griff hatte und das Wetter, für meinen Zustand nicht das richtige war.

Auf dem Weg zum Bootsteg kam ich an einer Stelle vorbei, wo gerade ein Hecht raubte, und da bis zum eigentlichen Ende der vereinbarten Angelzeit noch eine halbe Stunde Zeit war, wollte ich es doch noch einmal versuchen.

Ich legte also meine Angeln aus und harrte der Dinge, die da hoffentlich kommen sollten. Leider tat sich nichts. Ich beschloss, jetzt wirklich einzupacken und holte die erste Angel ein. Im selben Moment verschwand die zweite Pose von der Wasseroberfläche! Sollte doch im letzten Moment…?

Ich schlug an und hing fest — hatte sich der Hecht irgendwo festgesetzt? Ich zog und langsam konnte ich Schnur gewinnen— aus dem Wasser erschien ein großer Ast!

Doch plötzlich löste sich der vermeintliche Hänger und der Hecht ? schoss blitzschnell zur Seite. Doch leider war auch dort ein Ast im Wasser, sodass wieder Tauziehen angesagt war!

Doch auch daraus konnte ich den Fisch lösen, und nun kam er langsam in Sichtweite — und wie es schien, war es ein kleiner schmaler Hecht.

Als ich den Fisch dann näher am Boot hatte, musste ich feststellen, das es sich nicht um einen Hecht sondern um einen Aal handelte, und nicht um den kleinsten! Also den bereitliegenden Kescher geschnappt und den Aal ins Boot gehoben! Kaum an Bord hatte er sich auch schon vom Haken befreit!

Da sowieso schon alle Angeln eingezogen waren, ruderte ich zum Bootsteg zurück, wo ich die Angelkollegen traf. Keiner hatte etwas besseres zu bieten als ich, sodass ich auch noch als “Gewinner” dieses kleinen Vergleichsangeln feststand.

Der Aal wog 1,1 kg bei einer Länge von 88 cm und war damit der bisher größte Aal in meinem Angelleben, und wie immer hat man in diesen Momenten keinen Fotoapparat zur Hand, um ein Foto an Ort und Stelle zu machen.

D. R.

Kategorien: Fangberichte, Metzensee