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Kontrolle der Wassergüte und des Gewässerzustands

26. September 2009

Eine Wasseranalyse sollte möglichst monatlich durchgeführt werden. Die erfassten Daten sind z.B.: Wassertemperatur, Sichttiefe, Leitfähigkeit, pH-Wert, Carbonathärte, Sauerstoffgehalt, Ammonium, Nitrit, Nitrat und Phosphatgehalt des Wassers. Weiter werden Datum und Wetterdaten festgehalten und eventuell gesehene Tierarten (z.B. Wasservögel aller Art und Bisamratten) zahlenmäßig erfasst.

Diese Daten werden in einem Kontrollbogen festgehalten und sind ein Teil unserer Gewässerüberwachung.

Ein weiterer wichtiger Teil der Gewässerüberwachung ist die Biologische Gewässeruntersuchung, die wir nach der Methode des Biologen Rolf Wellinghorst durchführen. Diese Methode wurde für Fließgewässer entwickelt, wird aber von uns seit neunzehn Jahren für unsere stehenden Gewässer verwendet. Selbst kleinste Veränderungen der Gewässergüte können damit festgestellt werden.

Es leben außer Fischen viele andere Tiere in den Gewässern. Auch die Kleintierarten benötigen unterschiedliche Wassergüte um optimal leben zu können. Diese Tatsache nutzen wir. Auf einem Erfassungsbogen sind die Tiere (Benthos) die für die Bewertung wichtig sind aufgeführt. Nur diese werden gesammelt. Die Untersuchung muss für jedes Gewässer immer zur gleichen Jahreszeit gemacht werden, weil einige Kleintiere das Larvenstadium beenden und das Wasser verlassen.

Es erfordert viel Erfahrung die einzelnen Tierarten zu erkennen. Ein Bestimmungsbuch ist anfangs immer erforderlich. Wie auf dem Erfassungsbogen angegeben werden die Tiere den Güteklassen I – IV zugeordnet.

Zunächst muss die Häufigkeitszahl der einzelnen Arten errechnet werden. Dazu werden alle gefundenen Indikatoren addiert. Die Häufigkeitszahl der einzelnen Arten wird nach folgender Formel errechnet:

Anzahl Tiere % Wert Häufigkeitszahl
Einzelfund < 1 % 0,5
vereinzelt 1- 4 % 1,0
gering 4 – 8 % 1,5
mäßig 8 – 12 % 2,0
häufigeres 12 – 15 % 2,5
häufig 15 – 20 % 3,0
sehr häufig 20 – 25 % 3,5
massenhaft > 25 % 4,0

Nach dem Eintragen der Häufigkeitszahlen werden die einzelnen Zahlen mit dem Gütefaktor multipliziert und das Ergebnis wird in die Spalte “Wert” eingetragen. Danach alle Häufigkeitszahlen und alle Wertzahlen addieren. Der Gesamtwert geteilt durch die Gesamthäufigkeit ergibt die Wassergüte, den Saprobienindex.

Saprobienindex Güteklasse Organische Belastung Saprobität
1-1,5 1 unbelastet oligosaprob
1,5 – 1,8 1 – 2 gering belastet
1,8 – 2,3 2 mäßig belastet betamesoaprob
2,3 – 2,7 2 – 3 kritisch belastet
2,7 – 3,2 3 stark verschmutzt alphamesoaprob
3,2 – 3,5 3 – 4 sehr stark verschmutzt
3,5 – 4,0 4 übermäßig verschmutzt polysaprob

Als ergänzende Untersuchung wird der biochemische Sauerstoffbedarf festgestellt. Dazu wird der Sauerstoffgehalt einer Wasserprobe gemessen, dann bei 20°C Umgebungstemperatur 5 Tage aufbewahrt. Dann wird erneut gemessen. Der inzwischen durch die Wasserverschmutzung verbrauchte Sauerstoff ist die Zehrung, die in Prozent angegeben wird.

Kategorien: Gewässerpflege