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Luhe-Sternstunde

15. August 2011

von Peter Geritzlehner
Dienstag, 26.07.2011, 18 bis 21:30 Uhr

Am Dienstag den 26.07.2011 war das Wetter den zweiten Tag hintereinander stabil. Bewölkter Himmel, mild, Temperaturen um 20 °C, fast kein Wind + trocken! Also hab ich mich kurzerhand entschlossen, an die Luhe zu fahren.

Gegen 18 Uhr war ich in Amelinghausen und entschied mich für den unteren Bereich. Nach einem kurzen Aufenthalt in Wohlenbüttel Mühlenwehr (wenig Wasser & viel Sand!), bei dem ich merkte, dass hier wohl heute nicht viel geht (Ausnahme waren 3-4 Barsche die den Köder unentwegt verfolgten aber nicht anbissen , und oberhalb der Mühle ein paar Steiger die meine trockene 14er Red Tag aber gänzlich ignorierten), entschloss ich mich gegen 19 Uhr, zur Panzerfurt zu fahren.

Dort angekommen kurz die Lage peilen: Wenig Wind, aber auch wenig Insektenflug, keine Steiger oberhalb der Rausche bis zum Streckenende Richtung Soderstorf. Einige wenige Würfe mit einer kleinen Goldkopfnymphe Größe 12, oliv und danach braun, brachten eine 28er Bachforelle mit wunderhübscher Zeichnung und von guter Statur ans Tageslicht. Na also, es ist ja doch jemand zu Hause! Kurz abgehakt und vorsichtig wieder reingesetzt : schwimm´ und schick´ deinen großen Bruder…

Aber das war es vorerst, also bachabwärts Richtung Wohlenbüttel: Die große Rausche! Hier habe ich einen unbeschwerten Koppenstreamer zum Einsatz kommen lassen. Vehemente Attacke, aber nur 23 cm Bachforelle – muss die einen Appetit gehabt haben. Schnell abgehakt und wieder rein gesetzt.

Etwas weiter unten im Rauschenauslauf noch ein Versuch mit dem Streamer und wieder ein Biss, kurz heftig, aber zu kurz. Ein zotteln und das war es. Schade…

Dann bin ich 30-40 m weiter bachabwärts gegangen. Ruhiges Wasser und nach wie vor fast kein Insektenflug. Erstaunlich, beim Fliegenfischertag hatten wir an gleicher Stelle Ende Mai Tausende von Maifliegen gesehen, welch ein Anblick! Und jetzt fast keine Mücke.

Also welchen Köder? Ich entschied mich für eine beschwerte Goldkopfnymphe Größe 12 Marke Eigenbau in dunkelgrau. Etwas weiter unten ragt ein Busch gut 1 Meter übers Wasser: Ein Idealer Standplatz. 2-3 Würfe stromab quer rüber ans andere Ufer, 3 m Schnur geben und ans eigene Ufer vorsichtig einstrippen. Achtung: jetzt kommt der Buschüberhang – und tatsächlich: Rumps! Ein dumpfer Schlag in der 2,45er Rute und der Tanz beginnt: Ausbruch links – Ausbruch rechts – ins Kraut und wieder hoch und dann der Sprung aus dem Wasser! Hoch die Rute und die Schnur stramm halten! So ist es gut. Noch ein Sprung. Typisch Regenbogen!

Noch ein – zwei Fluchten und ich konnte eine elegante 44er Regenbogen keschern. Kurz gewogen ca. 650 gr, hätte etwas mehr sein können oder? Aber alle Male ein toller Drill und ein schöner Fisch.
Standortwechsel: die hat so viel Rabatz gemacht, also weiter flussabwärts bis zur nächsten Rausche ca. 100m weiter. Aber bis auf einen kurzen Kontakt passierte hier nichts.

Mittlerweile war es gut 20 Uhr 15 es türmten sich am Himmel ein paar Gewitterwolken auf, so dass ich es für klug hielt, zur Panzerfurt zurückzugehen. Und das war es auch!
Die Wolken wurden dichter und es kam ein leichter Wind auf und gegen
20 Uhr 45 entschied ich mich für den ruhigen Teil oberhalb der Rausche an der Panzerfurt.

Die Nymphe hatte sich bewährt, also dranlassen. Ich suchte mir in der Mitte der Strecke einen Busch aus, wo ich schon öfter einen guten Fisch hab stehen sehen . 3 Meter weiter oberhalb ein guter Wurfplatz, aber zu viele Brennnesseln für meinen Geschmack. Also
lieber die unvorsichtige Methode weiter ran an den Busch und schon konnte ich sie sehen, aber leider, sie mich auch! Sch….!
Ein großer Flossenschlag und weg war sie!
Ei ist das ärgerlich!!!

Im Augenwinkel sah ich nur ein paar Meter weiter flussaufwärts kurz vor dem Ufer gegenüber einen Fisch steigen. Ein recht kleiner Kreis, erfahrungsgemäß ein Fisch um die 20 cm.
Aber egal schnell 1-2 Schwünge und die Nymphe schlug 1 Meter oberhalb der Stelle auf.

Von wegen erfahrungsgemäß 20 cm! Aus dem Kraut schoss wie ein Torpedo eine große Bachforelle, schnappte sich die Nymphe und wollte sofort zurück ins Kraut. Mit so einem Fisch hatte ich wirklich nicht gerechnet.
Wieder Rute hoch, Schnur stramm und den Fisch bloß nicht ins Kraut lassen. Flucht flussabwärts. Abgefangen, dann noch oben, vorsicht Peter, gegenüber eine alte Baumwurzel, gegenhalten. Langsam und mit viel Gefühl gelang es mir den Fisch in meine Richtung zu dirigieren. Jetzt noch gut 2 Meter. Die rechte Hand hält die Rute und der Zeigefinger die Schnur.
Mit der linken Hand versuchte ich den Kescher vom Rücken zu ziehen, was mir nach schier endlosen Sekunden auch gelang. So jetzt vorsichtig 1 – 2 Schritte an den Gewässerrand (wer die Panzerfurt kennt weiß wie morastig dieser hier ist!) und dann war es soweit.

Ich konnte eine Bachforelle von 47 cm und gut 1,2 Kg Gewicht landen. Höchst zufrieden machte ich, nachdem ich den Fisch versorgt hatte, einige Minuten Pause.

Ich ging danach langsam wieder ein paar Meter flussabwärts. Es war mittlerweile 21 Uhr 30 und die Bewölkung nahm zu.
Ein guter Zeitpunkt zum Aufhören. Ein erlebnis- und erfolgreicher Angelabend lag hinter mir.
Plötzlich hörte ich es 5 Meter weiter unten heftig platschen. Was war das? Ungefähr die Stelle, an der ich 30 Minuten vorher die große Forelle verscheucht hatte.
Und nun ? Aufhören?

Natürlich nicht!
Noch 3 bis 4 mal versuchte ich es mit Goldkopfnymphe, dann wieder ein heftiger Biss, die Rute krumm – und dann wieder gerade. Mist, zu früh gefreut! Schnell noch ein paar Würfe hinterher, aber ohne Erfolg. Typisches Verhalten von großen Bachforellen: Du hast meist nur eine Chance. Also was nun, aufgeben?
Ich entschloss mich, mir noch eine letzte Möglichkeit zur geben. Köderwechsel! Die beschwerte Goldkopfnymphe ehrfürchtig zurück in die Fliegenbox. Sie hatte gute Arbeit geleistet.

Stattdessen montierte ich einen unbeschwerten schwarzen Streamer Größe 10, der kurz unter der Wasseroberfläche läuft.
Wieder Wurf flussabwärts querrüber 4 bis 5 Meter Schnur geben und in Schnurklängen von gut 40 cm nicht zu schnell einstrippen.

Und tatsächlich – ein Wasserschwall und noch ein großer Schwall und wieder bog sich die Rute. Heftige Gegenwehr folgte, wieder der Versuch, ins Kraut zu flüchten . Aber auch diesmal gelang es mir, den Fisch sicher zu landen. Und wieder war es eine wunderhübsche Bachforelle
von 43cm Länge und einem Gewicht von ca. 850 Gramm

Dankbar und sehr zufrieden begutachtete ich die drei Fische neben mir im Gras liegend.
Welch eine Luhe-Sternstunde!

Danach bin ich schnell zum Vereinskameraden Werner Koslowski gefahren, der ja gleich um die Ecke wohnt, und zusammen haben wir noch einmal gestaunt und uns gefreut.

Ein paar Tage später haben wir die Fische zu Hause nach bewährtem Rezept zubereitet und zu viert bei einer guten Flasche Wein genossen.

PS :
Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich noch folgendes:

Alle Fische wurden mit Ködern gefangen, deren Widerhaken angedrückt war.
Es ergab sich daraus nie ein Problem, weder im Drill noch bei der Landung!
Es hat den großen Vorteil, dass alle untermaßigen Fische problemlos und ohne viel Berührung abgehakt und zurückgesetzt werden können.

Peter Geritzlehner Luhe 26.07.2011

Kategorien: Fangberichte, Fliegenfischen, Luhe